Aus dem Leben der Ackerbegleitflora Der Acker- Hahnenfuß (Ranunculus arvensis)

Entlang unserer Ackerfelder verbergen sich kleine Schätze, die man auf den ersten Blick kaum wahrnimmt. Genau diese verborgene Vielfalt möchten wir in den kommenden Monaten stärker in den Fokus rücken.

Jeden Monat stellen wir eine Art aus der faszinierenden, aber weitgehend unbekannten Ackerbegleitflora vor – Pflanzen, die unsere Felder seit Jahrhunderten begleiten und dennoch kaum Beachtung finden.

Beginnen wollen wir mit einer Art, die heute vielerorts selten geworden ist. Der Acker-Hahnenfuß (Ranunculus arvensis) wird sowohl in Deutschland als auch in Baden-Württemberg in der Roten Liste als gefährdet eingestuft.

Mit seinen zarten, hellgelben Blüten erinnert er an die Hahnenfußblüten unserer Felder. Im Gegensatz zu seinen Verwandten bevorzugt Ranunculus arvensis als Lebensraum die Agrarlandschaft. Hierbei werden meist lehmig bis tonige Ackerböden auf kalkhaltigen Standorten besiedelt, und ist damit eine klassische Kennart der Haftdolden-Gesellschaften.

Seine leuchtend gelben Blüten erscheinen von Mai bis Juli.  Doch das Charakteristische dieser Art bildet sich zur Samenreife. Die Sammelnussfrüchte mit den kleinen Häkchen sind ein unverwechselbares Erkennungsmerkmal. Diese Häkchen erleichtert es den Früchten im Boden haften zu bleiben oder über Klettverbreitung durch Tier und Mensch ausgebreitet zu werden. Eine einzige Pflanze kann dabei 150 bis 900 Samen ausbilden.

Diesen Herbst war es dem LEV möglich einige dieser Sammelnussfrüchten und auf geeigneten Flächen im Herbst auszubringen. Die Größe und die Struktur der Früchte ermöglichen den Halt im Boden und erhöhen damit die Chance auf eine Keimung im kommenden Frühjahr. An diesen Standorten könnten nächstes Jahr neue Farbtupfer entstehen. Sie stellen ein Zeichen für eine ökologisch wertvolle, vielfältige Agrarlandschaft dar und sind ein Gewinn für die Biodiversität.

Weitere Artinformationen können unter folgendem Links eingesehen werden.