Das Ackerstiefmütterchen Viola arvensis

Mit dem Acker-Stiefmütterchen stellen wir diesen Monat eine weitverbreitete und anpassungsfähige Art vor.

Viola arvensis stellt keine besonderen Anforderungen an seinen Wuchsstandort, weshalb sie in Deutschland nahezu flächendeckend vorkommt. Im Vergleich zu seinen auffälligeren Veilchenverwandten ist das Acker-Stiefmütterchen aufgrund seiner Größe erst mal unauffälliger.

 Die kleinen Blüten erscheinen von April bis Oktober. Sie sind weiß bis blassgelb gefärbt und besitzen häufig einem leichten violetten Unterton. Auf dem größeren Kronblatt befindet sich ein gelblicher Fleck, der als Landemarkierung für Bestäuber dient. Das hintere Ende der Blüte besitzt einen kurzen, hellen Sporn. Ein deutliches Merkmal, das sie vom Wilden Stiefmütterchen (Viola tricolor) unterscheidet, dessen Sporn deutlich länger ist.

Viola arvensis ist einjährig, nach der Blüte kann eine einzelne Pflanze bis zu 2.000 Samen entwickeln. Der Großteil der Samen keimt im Herbst, wobei eine Keimung das ganze Jahr über möglich ist. Als lichtkeimende Art benötigt sie dafür ausreichend Helligkeit. Besonders beeindruckend ist die lange Keimfähigkeit der Samen. So konnte festgestellt werden, dass bis zu 300 jahre alte samen der Art noch vital sind.

Ähnlich wie das Wilde Veilchen (Viola tricolor) oder das Duftveilchen (Viola odorata) findet auch das Acker-Stiefmütterchen Verwendung als Heilkraut. Tee aus den Blüten kann bei trockenem Husten helfen, äußerlich angewendet wirkt sie hautberuhigend oder unterstützend bei leichten Bindehautentzündungen.

Mit Anpassungsfähigkeit, langer Blühdauer und vielseitiger Nutzung zeigt das Acker-Stiefmütterchen die Bedeutung kleiner Wildpflanzen in unserer Kulturlandschaft.

Weitere Artinformationen können unter folgendem Links eingesehen werden.