Das Acker-Vergißmeinnicht Myosotis arvensis

Das Acker-Vergißmeinnicht (Myosotis arvensis) ist eine zarte, aber robuste kleine Feldblume. Der seit dem Mittelalter überlieferte Name „Vergissmeinnicht“ steht für Treue und liebevolles Erinnern, während der wissenschaftliche Gattungsname Myosotis aus dem Altgriechischem stammt und “Mausohr” bedeutet. Dies spielt auf die weich behaarten Blätter an, die wohl an Mäuseöhrchen erinnern.

Das ein- bis überjährige Vergißmeinnicht kann sich sowohl über Samen ausbreiten, besitzt aber auch als Hemikryptophyt Überdauerungsorgane direkt unter der Erdoberfläche. Charakteristisch sind die Blattrosette sowie die eiförmigen bis lanzettlichen Blätter. Zwischen April und September bildet sich ein Blütenstand ohne Blätter mit kleinen, himmelblauen Blüten mit gelbem Zentrum. Sie besitzen in der Regel einen Durchmesser von nur wenigen Millimetern. In milden Jahren kann sich die Blütezeit bis zum ersten Frost erstrecken. Nach der Blüte entstehen abgeflachte-eiförmige glänzende dunkle Früchte. Insgesamt kann eine Pflanze bis zu 1.000 Samen enthalten. Diese können bis zu über 10 Jahren ihre Keimfähigkeit beibehalten.

In Mitteleuropa ist das Acker-Vergissmeinnicht nahezu überall anzutreffen. Es gilt als Pionierpflanze; besiedelt schnell offene Bodenflächen und ist daher ein häufiger Begleiter gestörter oder neu entstandener Standorte. So findet man Myosotis arvensis bevorzugt auf sandigen bis lehmigen Äckern, frischen Ruderalflächen, Weg- und Waldränder oder auch Waldschläge. Betrachtet man die Agrarlandschaft, ist es dort eine typische Begleitart der Ackerwildkrautgesellschaft.

Früher spielte Myosotis arvensis in der Volksheilkunde eine bekannte Rolle bei Anwendungen gegen Darm- und Lungentuberkulose sowie bei chronischer Bronchitis.  

Das Acker-Vergißmeinnicht bereichert mit seinen kleinen blauen Blüten nicht nur die Agrarlandschaft, weshalb man sie nicht vergessen sollte.