Artenreiches Grünland: Austausch mit Bewirtschaftenden

Artenreiches Grünland ist ökologisch wertvoll – stellt Bewirtschaftende im Alltag jedoch häufig vor praktische Herausforderungen. Wie kann der Grünschnitt sinnvoll im Betrieb genutzt werden? Woran lassen sich Veränderungen im Pflanzenbestand erkennen? Und wie gelingt es, eine Wiese langfristig sowohl artenreich als auch produktiv zu erhalten?

Nach einer Auftaktveranstaltung im Frühjahr im Rosensaal in Baiersbronn trafen sich am 20. Juli interessierte Landwirte zu einer Fachexkursion am Morlokhof in Baiersbronn-Mitteltal. Die beweideten Flächen rund um den Hof bieten mit FFH-Mähwiesen, Feuchtwiesen und sogenannten Verlustflächen ein ideales Anschauungsbeispiel für die unterschiedlichen Herausforderungen in der Grünlandbewirtschaftung.

Vor Ort wurden zahlreiche Fragen diskutiert – von Problempflanzen und der Nährstoffverfügbarkeit bis hin zu den Auswirkungen der Beweidung auf kartierte FFH-Mähwiesen. Ein wichtiger Hinweis betraf die Behandlung von Narbenschäden: Auf FFH-Mähwiesen sollte ausschließlich geeignetes, gebietseigenes Saatgut verwendet werden. Herkömmliche Weidelgrasmischungen sind hierfür nicht geeignet. Bei Fragen zur Auswahl und Beschaffung des passenden Saatguts unterstützt der Landschaftserhaltungsverband gerne.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den besonders nährstoffarmen Grünlandbereichen. Gemeinsam wurden verschiedene Ansätze zur Verbesserung der Standortbedingungen diskutiert, darunter der Einsatz von Pflanzenkohle, Schafwollpellets oder einer Erhaltungskalkung. Dabei wurde deutlich, dass es keine allgemeingültige oder schnelle Lösung gibt. Die Erhaltung eines produktiven und gleichzeitig artenreichen Grünlands erfordert eine standortangepasste Bewirtschaftung sowie den kontinuierlichen Austausch zwischen Praxis und Fachberatung.

Die Exkursion hat gezeigt, wie wertvoll der gemeinsame Erfahrungsaustausch ist und das es jede Menge Gesprächsbedarf gibt. Weitere Gesprächstermine und Praxisveranstaltungen mit konkreten Fallsbeispielen sind für den Herbst bereits in Planung.