Mitte Juni begab sich das LEV-Team bei herrlichstem Wetter auf eine Ende 2024 etablierte Pferdeweide. Während in der Umgebung die Wiesen geheut werden, empfing uns eine blütenreiche Weide. Je wärmer es wurde, desto mehr summte, brummte, kreuchte und fleuchte es auf der Fläche.
Aber gehen wir nochmal einen Schritt zurück um in die Historie dieser Fläche zu schauen. In den letzten Jahren war es eine Schafkoppelweide, die zur Weidenachpflege abgemulcht wurde. Am 13.06.2024 sah die noch Fläche so aus: Entweder mit Schafen abgeweidete und nachgemulchte Bereiche oder ungehinderter Aufwuchs („Graswüste“).
Mittlerweile wird die Fläche von 5 Pferden zwischen April und November beweidet. Es ergibt sich ein buntes Mosaik aus Offenbodenstellen, die von Wildbienen genutzt werden, kurzrasigen-blütenreichen Stellen mit vier Orchiedeenarten und dazwischen steht die Blumenwiese höher. Aber Mitte Juni eben voll von Blüten und auch der Artengruppe, die wir in Augenschein nehmen wollten: Schmetterlinge.
Die Pferde beäugten interessiert was wir taten. Wir hatten vor allem Augen für Kleines Wiesenvögelchen, Große Ochsenauge, Schachbrettfalter, Schornsteinfeger, Bläulinge, Weißlinge, Dickkopffalter und diverse tagaktive Nachtfalter wie beispielsweise den Ockergelben Blattspanner. Die meisten dieser Arten meiden intensiv bewirtschaftete Flächen und es wundert daher nicht, dass die extensive Pferdeweide diese Arten in Hülle und Fülle anzieht.
Bei vielen Schmetterlingen gibt es eine starke Bindung an eine bestimmte Futterpflanze. Die aus dem Ei schlüpfende Raupe ist bis zu ihrer Verpuppung auf das Vorhandensein ihrer Wirtspflanzen angewiesen. Diese Bedingungen herrschen optimal auf der besuchten Pferdeweide vor.
In den letzten 2 Jahren ist hier ein echter Hotspot für die Artenvielfalt auf allen Ebenen entstanden.