Das Sommer-Adonisröschen (Adonis aestivalis), mit seinen leuchtend blutroten Blüten, trägt seinen Namen zu Ehren des schönen Jünglings Adonis, welcher in der griechischen Mythologie von der Göttin Aphrodite geliebt wurde. Der Legende nach fand Adonis seinen Tod durch einen Eber. Aus seinem Blut sollen die charakteristisch roten Blüten der Pflanze erwachsen sein. Weitere Namen wie „Blutauge“ oder „Blutströpfchen“ erinnern an diese tragische Geschichte, während der Name „Teufelsauge“ die giftige Seite dieser faszinierenden Blume ins Blickfeld rückt.
Zwischen Juni und August entfaltet das Adonisröschen seine leuchtend roten Blüten, die sich eindrucksvoll vom violett-schwarzen Blütengrund abheben. Mit seinem aufrechten Wuchs und den zwei- bis vierfach gefiederten Blättern ist die Pflanze leicht erkennbar. Diese Blätter enthalten sehr giftige Alkaloide, die in der Vergangenheit auch als Herzmittel genutzt wurden. Die dreieckigen Samen, die einen schnabelartigen Fortsatz tragen, wurden ebenso wie die Wurzeln traditionell als Abführmittel eingesetzt.
Trotz seines europaweiten Vorkommens ist das Adonisröschen heute nur noch selten anzutreffen. In Deutschland gilt es als stark gefährdet und ist nur noch in wenigen Regionen zu finden. Die Pflanze bevorzugt lehmige bis tonige Böden auf trockenen, kalkreichen und mageren Standorten und ist besonders eng mit dem Wintergetreideanbau verbunden. Als Sommereinjährige überlebt das Adonisröschen den Winter in Form von Samen, die erst im Frühjahr keimen. Bemerkenswert ist, dass die Samen ihre Keimfähigkeit über 15 Jahre lang bewahren können.
Mit der Mischung aus Schönheit, Myhtos und Gefahr verkörpert das Sommer-Adonisröschen die Vielfalt und die besondere Bedeutung der Ackerwildkräuter.