Die Kornblume Centaurea cyanus

Die Kornblume (Centaurea cyanus) ist vielen aufgrund ihrer leuchtend blauen Blüten bekannt. Doch in Deutschland steht sie bereits auf der Vorwarnliste, was auf einen deutlichen Bestandsrückgang hinweist. Der Name „Kornblume“ deutet auf das Vorkommen auf Ackerflächen hin. Zusätzlich wächst sie auch auf kurzzeitigen Brachen oder auf Ruderalflächen.

Der bis zu einem Meter hohe, verzweigte Stängel der Kornblume ist ebenso wie die lanzettlichen Blätter filzig behaart. Die Korbblüten entstehen einzeln an der Spitze des Stängels oder an den Seitenästen. Ihre Blütezeit erstreckt sich von Juni bis Oktober. Im Anschluss bilden sich Nussfrüchte, die von einem grobhaarigen Pappus (Haarkranz) umgeben sind. Bei Trockenheit kann sich dieser entfalten und ermöglicht neben der Verbreitung durch Tiere oder einfaches Herabfallen auch eine Ausbreitung durch den Wind. Die Samen können sowohl im Herbst als auch im Frühjahr keimen. Centaurea cyanus besiedelt eine Vielzahl von Standorten, bevorzugt jedoch sandig-lehmige Böden. Häufig findet man sie in Wintergetreidefeldern, Rapsanbauflächen aber auch in Sommergetreide.

Die Kornblume ist essbar und wird heute oft als „Schmuckdroge“ verwendet, was bedeutet, dass sie aufgrund ihrer ansprechenden Erscheinung häufig zur Dekoration von Kräutertees, Gewürzen und Kosmetika dient. Bis ins 20. Jahrhundert hinein fanden die Blüten jedoch auch Anwendung in der Medizin, etwa zur Fiebersenkung oder zur Appetitanregung.

Doch die Kornblume ist nicht nur ein interessanter botanischer Vertreter, sondern auch ein Symbol mit vielseitiger Bedeutung. In Deutschland und Österreich trägt sie eine politisch aufgeladene Symbolik, da sie seit dem Zweiten Weltkrieg von nationalistischen Gruppen vereinnahmt wurde.

So lohnt es sich, die Kornblume nicht nur aus botanisch, sondern auch ihre historische Bedeutung näher zu betrachten.