Erste Biotopverbund-Maßnahmen in Empfingen sichtbar umgesetzt

nach der Freistellung: hier kann sich nun wieder eine magere Wiese entwickeln
nach der Freistellung: hier kann sich nun wieder eine magere Wiese entwickeln

Wo heute noch freigestellte Flächen, frische Holzstapel und offene Bodenstellen zu sehen sind, sollen künftig wieder artenreiche Magerrasen, blühende Wiesen und wertvolle Lebensräume entstehen. In Empfingen wurden in den vergangenen Monaten die ersten Maßnahmen aus der neuen Biotopverbundplanung umgesetzt – ein wichtiger Schritt für den Naturschutz vor Ort.

Die Biotopverbundplanung der Gemeinde wurde im Herbst 2025 fertiggestellt. Ziel ist es, Lebensräume besser miteinander zu vernetzen und so bedrohten Tier- und Pflanzenarten das Wandern zwischen einzelnen Flächen wieder zu ermöglichen. Gerade spezialisierte Arten wie das Weißbindige Wiesenvögelchen oder der Wegerich-Scheckenfalter sind darauf angewiesen, dass ihre Lebensräume nicht isoliert voneinander liegen.

Damit aus der Planung schnell konkrete Projekte werden, ging es direkt im Winter 2025/2026 an die Umsetzung. Federführend begleitet wurden die Arbeiten vom Landschaftserhaltungsverband Freudenstadt.

Ein Schwerpunkt lag auf trockenen Standorten. Im Gewann Reuterjockeleswald wurde eine bereits magere Fläche freigestellt, auf der sich nun Schritt für Schritt ein wertvoller Magerrasen entwickeln soll. Künftig werden dort Schafe und Ziegen für die passende extensive Pflege sorgen. Einzelne Kiefern und Heckenstrukturen blieben bewusst erhalten und sorgen weiterhin für Strukturvielfalt.

März 2026 direkt nach der Freistellung
März 2026 direkt nach der Freistellung
Mai 2026 - die Fläche begrünt sich
Mai 2026 - die Fläche begrünt sich
März 2026 direkt nach der Freistellung
März 2026 direkt nach der Freistellung
Mai 2026 mittlerweile dominiert wieder grün die Fläche
Mai 2026 mittlerweile dominiert wieder grün die Fläche
Mai 2026
Mai 2026

Auch im Gewann Eichenwäldle Richtung Laibertal in Wiesenstetten wurde gearbeitet. Dort war ein geschütztes Magerrasen-Biotop über viele Jahre zunehmend verbuscht, nachdem die frühere Nutzung aufgegeben worden war. Nur kleine, stark vermooste Wiesenreste erinnerten noch an den ursprünglichen Lebensraum. Durch die Freistellung kann sich die Fläche nun wieder entwickeln. Gemeinsam mit den angrenzenden Wiesen am Regenüberlaufbecken soll hier wieder eine kräuterreiche Wiesenlandschaft entstehen. Die zukünftige Pflege übernehmen Pferde durch extensive Beweidung.

vor der Maßnahme: Schlehen dominieren die ehemalige Magerrasenfläche
vor der Maßnahme: Schlehen dominieren die ehemalige Magerrasenfläche
nach der Freistellung: hier kann sich nun wieder eine magere Wiese entwickeln
nach der Freistellung: hier kann sich nun wieder eine magere Wiese entwickeln
die Hecke am oberen Rand der Fläche wurde auf-den-Stock gesetzt und ist bereit zum Wiederaustrieb
die Hecke am oberen Rand der Fläche wurde auf-den-Stock gesetzt und ist bereit zum Wiederaustrieb
auch die Wiese am Regenüberlaufbecken soll sich artenreich entwickeln
auch die Wiese am Regenüberlaufbecken soll sich artenreich entwickeln

Neben trockenen Standorten standen auch feuchte Lebensräume im Fokus. Im Gewann Eichenbühl an der Straße Richtung Betra wurden Sumpfseggenriede gepflegt, Verbuschungen entfernt und neue Tümpel angelegt. Der Erfolg zeigt sich bereits: Aufnahmen einer Wildkamera belegen, dass die neuen Strukturen schon kurz nach der Umsetzung von Wiesen-Schafstelze und dem Waldwasserläufer als Rastplatz genutzt werden. Eine Maßnahme wurde auf Landesflächen direkt durch den Landschaftserhaltungsverband umgesetzt, eine weitere konnte die Gemeinde für ihr kommunales Ökokonto anrechnen.

Waldwasserläufer (rechts unten)
Waldwasserläufer (rechts unten)
Wiesen-Schafstelze (rechts unten)
Wiesen-Schafstelze (rechts unten)

Auch wenn frisch freigestellte Flächen zunächst oft ungewohnt aussehen, gehört genau das zur Entwicklung solcher Lebensräume dazu. Mit der Zeit werden sich die Flächen wieder begrünen, Kräuter und Gräser ansiedeln und auch viele Sträucher erneut austreiben.

Die Gemeinde Empfingen und der Landschaftserhaltungsverband Freudenstadt möchten die Biotopverbundplanung in den kommenden Jahren Schritt für Schritt weiter umsetzen. Interessierte Bürgerinnen und Bürger können die Unterlagen auf der Homepage des LEV einsehen und sich bei Fragen oder Interesse an eigenen Maßnahmen gerne direkt an den Verband wenden.