Nur wenige Arten unserer Kulturlandschaft sind so bekannt wie der leuchtend rote Klatschmohn (Papaver rhoeas). Trotz der europaweiten Verbreitung werden ausgedehnte rote Mohnfelder immer seltener. Positiv ist, dass der Klatschmohn neben Ackergesellschaften auch Ruderalflächen und Schuttstandorte als Lebensraum nutzt. Als kalkliebende Pflanze werden basenreiche Böden bevorzugt. Er wächst vor allem im Wintergetreide.
Der einjährige Klatschmohn erreicht Höhen von bis zu 90 cm. Seine auffälligen Blüten erscheinen gewöhnlich von Mai bis Juli, können jedoch bis in den September hinein nachblühen. Die Kapselfrüchte enthalten pro Pflanze bis zu 50.000 Samen, die mehr als zehn Jahre keimfähig bleiben. Durch die elastischen Stängel, die sich bei Wind oder Berührung bewegen, werden die Samen bis zu vier Meter weit herausgeschleudert.
Die Giftigkeit des Klatschmohns ist aufgrund seiner Nähe zum Schlafmohn weitgehend bekannt. Alle Pflanzenteile und besonders der Milchsaft enthalten Alkaloide, im Gegensatz zum Schlafmohn allerdings kein Morphin. Trotz der enthaltenen Giftstoffe nutzten schon die alten Ägypter um 1.500 v. Chr. die aromatischen Samen zum Backen. Rote Mohnblüten galten zudem als Symbol für ein jung vergangenes Leben und wurden in Gräber junger Prinzessinnen gelegt. Außerdem wurde aus den Blütenblättern ein Sirup gegen Unruhe bei Kindern hergestellt. Heute nutzt man die roten Blütenblätter vor allem als essbare Dekoration oder Salatbeigabe, da ihre Giftigkeit gering ist.
Neben dem Klatschmohn kommen auf deutschen Äckern weitere Mohnarten, wie etwa der Sandmohn (Papaver argemone) oder der Saatmohn (Papaver dubium) vor, welche die kalkreichen Standorte eher meiden.
So zeigen sich Mohngewächse als Arten, die seit vielen Jahrtausenden ihren Platz in unserer Kulturgesellschaft haben. Daher verdienen diese Arten unsere Aufmerksamkeit und Schutz.